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2013.12.10 Mulden auf 3sat

Thomas Haemmerli am 10. Dezember 2013 am 12:00 Uhr und 16 Kommentare

Meist kriege ich gar nicht mit, wenn der Film wieder irgendwo läuft. Heute aber schon.

16 Kommentare

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  • 1 Nicola am 11. Dezember 2013, 01:24 Uhr

    Hallo, Herr Haemmerli

    Gerade habe ich teils fasziniert, teils betroffen und auch oft lachend ihren Film gesehen! Ihre Mutter tut mir leid – Sie und ihr Bruder natürlich auch… Nichts desto Trotz ein Film der, denke ich mal nötig war und zum Nachdenken anregt!

    Danke, dass Sie so mutig waren!

    GRuß, Nicola

  • 2 Regina am 11. Dezember 2013, 02:09 Uhr

    Der Film schreit zum Himmel! 2 Söhne, die sich schon Jahre lang nicht um ihre Mutter gekümmert haben. 2 Söhne, die sich in ihrer Ablehnung vergraben haben und noch nicht einmal den Anstand hatten sich wenigstens im „normalen“ Sinn um die alternde Mutter zu kümmern: wo eine Gestorbene verrotten muß, bevor sie gefunden wird, und wo ein Sohn leider seinen 4o. Geburtstag vermiest bekommt, da er nun angeblich hingehen muß. Warum geht er eigentlich JETZT? Keiner zwingt ihn! Vielleicht wollte er doch noch Schätze finden, oder einen Film drehen, mit dem er sich „outen“ kann. Schlimm ist, daß KEIN Sohn über Jahre die alte Mutter besucht hat. Zwei Mal Ignoranz und Arroganz, Verurteilung und Ablehnung. Mit einem haben sie recht, wenn sie sich nicht mit ihrer Familie aussöhnen, dann wird das Leid kein Ende finden.Guter Rat: sich über Familienaufstellung informieren.

  • 3 Marie am 11. Dezember 2013, 04:59 Uhr

    Liebe Brüder Hämmerli

    Ich staune, wie man ihren Dokumentarfilm auch interpretieren kann. Hat Regina wirklich den gleichen Film wie ich gesehen, den ganzen Film? Sie haben einen mutigen Einblick in ihre Familie gewährt, der überrascht. Keine Mutter ist eine Heilige! Jede Mutter ist ein Mensch mit mehr oder weniger Unzulänglichkeiten. Und wenn sich Familienmitglieder lieber aus dem Weg gehen, ist das allemal besser, als sich ständig zu streiten.

    Ich habe zwei Söhne gesehen, die den Müll ihrer Mutter aus dem Haus schaffen mussten, die dabei aus Selbstschutz Witze machten, lachten und sogar Spass hatten.^, sich aber auch Fragen stellten. Tatkräftig taten sie ihre Pflicht! Was sie angetroffen hatten, war ja eher zum Heulen. Die Brüder haben sich die unangenehme Arbeit auf diese Art etwas erträglicher machen können.

    Der Film ist ein Geschenk für alle in ähnlicher Situation – sie wissen nun, sie sind nicht die Einzigen, die das erleben. Die, die räumen müssen und die, die das Chaos verursachen, die Messis, die ihrer Sammelleidenschaft, die wirklich mehrfach Leiden schafft, zum Opfer fallen, erleben hautnah wie aufgeräumt wird. Es ist kein gemütliches zuschauen wie andere arbeiten; es ist ein wahrhaftiger, ungestellter Film aus dem echten Leben, schon vor Jahren gedreht und immer noch aktuell.

    Es musste wohl sein, zum 2. Mal habe ich zufällig in ihn hineingezappt und bin hängen geblieben. Vor meinem Haus wird keine Mulde stehen, und wenn, dann werde ich es nicht mehr sehen. Danke für den Film! Danke dass sie ihn öffentlich machten!

  • 4 Herzog Mirjam am 11. Dezember 2013, 12:02 Uhr

    Liebe Brüder,
    Denn sie wissen nicht was sie tun.,,,,oder taten!
    Meine Güte, diese Arbeit und dann die Reise nach Griechenland,,,,und dann nochmals einen Keller voll Material.
    Ich verneige mich vor Euch und ich verneige mich vor allem dem Mann der die vertrocknete Leichenflüssigkeit vom Boden weggeputzt hat. Ich bewundere solche Menschen.
    Und ich glaube nicht dass es in den Genen liegt. Ich glaube es liegt an den Erlebnissen. An den Gegebenheiten. Am Umgang miteinander. Es war doch auch eine schöne Zeit.
    Der Film war sehr eindrücklich. Danke dass ihr es auf diese Weise versucht zu verarbeiten und ich wette sogar darauf dass es euch gelungen ist.
    Liebe Grüsse von einer in einer aufgeräumten Umgebung, ganz normal wie mir scheint, Gott sei Dank.

  • 5 Mike am 11. Dezember 2013, 13:01 Uhr

    ……..

    ich hab auch eher zufällig reingeschaltet und nur die ersten paar Minuten verpaßt.
    Mir hat die „Doku“ sehr gut gefallen…. und ich hab viel. gelacht…. mit der Weinvernichtung und die Handhabe mit den Katzen habt ihr euch sicherlich keine Freunde gemacht… ich fand s trotzdem sehr
    amüsant. Auch das mit dem Kamin… =)
    Ich sehe selber diese Situation auf mich zukommen
    da ich seit Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter habe… und seit mein Vater 2004 gestorben
    das Chaos einzug hält… Und sie hat ein Haus mit 1000qm Grundstück.
    Aber ich kann auch die Situation nachempfinden von euch 2 …. Mutter hin oder her es gibt
    eine Grenze die auch eine Mutter nicht überschreiten sollte. Bei mir war es die Feindseligkeit gegen meine Frau und das Desinteresse gegenüber meines Sohnes…
    ….. und das Sie euch noch verklagen wollte sagt ja schon alles.
    Ich bin 42 …. also ähnliches Alter… und hab auch noch eine Oma die als ehemaliges Blitzmädel im Krieg auch heute noch dem Führer die Treue schwört.

    ….. also euch alles Gute und noch viel Spaß beim digitalisieren ;-)

  • 6 Thomas am 11. Dezember 2013, 14:13 Uhr

    Vor ca. 2 Jahren hatte ich das gleiche Problem mit dem Haus meiner Eltern – die sich zwar nicht jahrelang verklagt haben und auch keine Blitzkriegfreunde waren, die es aber genauso wenig auf die Reihe gekriegt haben, Ordnung in ihre Affäre zu bekommen und sich das mindestens dreißig Jahre lang gegenseitig vorgeworfen haben.
    Da kommt einiges an Müll zusammen – und der muss ja irgendwo hin. Wer keinen endgültigen Schlussstrich ziehen kann, hat wohl auch Angst, sich von Dingen zu trennen. Alles wird mit symbolischer Bedeutung überfrachtet und in eine noch freie Ecke gestopft, bis man sich nicht mehr bewegen kann. Für mich sieht so das nach außen getragene Bild der Verdrängung aus. Wie sagt Björk so schön: „You can’t handle love.“ („5 Years“ – Homogenic)

    Wir Kinder waren nach einem Besuch immer froh, wenn wir wieder unser eigenes Leben zurück hatten. Diese Kanne muss sich wirklich niemand geben.

    Scheinbar sind es oft nicht akzeptierte und unverarbeitete Trennungen, die zu so einem Messie-Dasein führen. Und natürlich der Hang zum Verdrängen: „Bei uns ist alles in schönster Ordnung!“ (Sie war ja auch immer sehr schick, wenn die Kinder sie mal zum Essen abgeholt haben. Aber bitte keinen Blick in die Wohnung!)

    Und ja, das Feuer hat eine befreiende Kraft!

    Ich habe den Film jetzt übrigens in der YouTube-Version auf der Festplatte…

  • 7 Uli am 11. Dezember 2013, 14:21 Uhr

    Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gesehen. Finde den Film genial. Ungeheuer mutig, humorvoll und tiefsinnig. Ich habe auch nicht empfunden, dass die Würde der Mutter verletzt wurde. Vielmehr wurde sie dargestellt wie ein Mensch. Wie jeder Mensch eben. Schließlich hat jeder im Film sein Fett weg gekriegt, sich selbst haben die Brüder ja auch nicht gerade geschont. Der Film hat so viele Facetten, die sich beim ersten Mal sehen gar nicht sofort erschließen. Den muss man mehrmals gucken. Eines meiner Highlights ist die Szene, mit dem Auffund der zweiten Seite des Satansbriefes und dem Hinweis zur Masttierhaltung. Solche Geschichten schreibt einfach nur das Leben, das kann man sich gar nicht ausdenken. Danke dafür!

  • 8 Klaus am 11. Dezember 2013, 16:26 Uhr

    Ihr Film hat mich sehr berührt, sehr unangenehm. Einfach würdelos und respektlos diese posthume Zurschaustellung des Lebens Ihrer Mutter. Sicher, es ist nicht nur das Leben Ihrer Mutter welches im Film thematisiert wird, es sind auch Teile Ihres eigenen Lebens, deshalb habe ich durchaus Respekt vor Ihrer Offenheit. Aber in welcher Weise dies geschieht hat mir beim Sehen wirklich großes Unbehagen gemacht. Dieser Spott, diese Witze über die bedauerlichen Umstände in denen Ihre Mutter die letzten Jahre verbracht hat und die sich Ihnen erst nach Ihrem Tod offenbarten (wie ist das möglich?). Diese Zusammenfassung dass das Leben Ihrer Mutter sinnlos (weiß jetzt nicht ob ich wörtlich richtig zitiere, aber sinngemäß) gewesen sei. Dabei hat sie doch z.B. viele Reisen unternommen, offenbar hat es auch Zeiten eines glücklichen Familienlebens gegeben.
    Natürlich kenne ich weder Sie noch Ihre Familie und habe erst durch Ihren Film diesen komprimierten Einblick erfahren. Aber die Deutung des Messieverhaltens glaube ich doch besser hinzukriegen als Sie als Söhne. Ich denke dass sich Ihre Mutter von vielen Dingen und Informationen nicht trennen konnte weil sie diese gesammelt hat in Erwartung und Hoffnung auf eine bessere Zeit in der diese zum Gebrauch kommen könnten, ihre Verwendung finden. Irgendwann ist diese Ansammlung einfach zu groß geworden, die Unordnung setzte ein, eine Spirale setzte sich in gang. Messis können m.E. durchaus vom Typ her ordentliche Menschen sein die auch sehr auf Ihr Äußeres oder ihre Wohnung achten. Bis zu einem Zeitpunkt wo der Zwang Dinge aufzuheben und die daraus resultierenden Ansammlungen ihnen über den Kopf wachsen. Ich denke was hier hätte helfen können wäre Beistand und Zuwendung.

  • 9 Thomas Haemmerli (Autor) am 11. Dezember 2013, 18:23 Uhr

    Nachzutragen gilt es noch diesen Kommentar, der mich per Mail erreicht und erheitert:
    Hallo, ich schaue mir gerade die Sendung an und ksnn nur rein emotional und menschlich sagen: du bist ein Arschloch und ein Motherfucker. Egal was man von seiner Mutter hält aber eine lustige Fernsehsendung zu kreieren in der man die EIGENE MAMA DIE EINEN AUF DIE WELT GESETZ HAT UND DIR DEIN ARROGANTES LEBEN HESCHENKT HAT dermaßen diffamiert, ist absolut ungöttlich, satanisch, egoistisch und menschenverachtend, sowas habe ich noch nie erlebt. Nicht einmal Saddam oder Hitler hätte sowas vermocht. Schäme Dich in die hinterste Ecke der Gesellschaft und spucke Dir selbst ins Gesicht, ich würde es gerne tun, aber meine Spucke ist mir zu Schade. Ich hoffe Di wirst früher sterben als Deine Mutter, ich würde gerne nachhelfen aber ich kümmere mich lieber um dir alten Frauen im Altenheim und begleite sie WÜRDEVOLL in den Tod. Schlaf gut du Arschloch und viel Leid in deinem Leben. Shady

  • 10 Thomas Haemmerli (Autor) am 11. Dezember 2013, 18:31 Uhr

    Erst einmal vielen Dank allen Kommentatoren. Momentan komme ich nicht dazu, alles zu kommentieren. Wer sich aber fürs Pro und Contra interessiert, es gibt hier auf der Seite noch einige Posts, wo wir aufsführlich debattiert hatten. Mit ein wenig Surfen, lässt sich das nach verfolgen. Ansonsten gibt es noch recht viel Zusatmaterial auf der Doppel-DVD, die – so hoffe ich – inzwischen recht wohlfeil zu haben oder in Tauschbörsen zu holen ist.
    Die Festplatten unter meinem Tisch sind inzwischen eher so im 40 Terrabyte-Bereich angelangt, ausserdem hat es mir vor kurzen noch einen Sohn reingeschneit. Das verändert die Perspektive. Aber eine grosse Klappe und den schnoddrigen Ton sowie den zuweilen zynischen Humor pflegen mein Bruder und ich weiterhin, er recht erfolgreich als Schweizer TV-Koch. Mir scheint der Film nach wie vor adäquat.

  • 11 Martin am 11. Dezember 2013, 22:25 Uhr

    Ganz großes Kino! eine Lehrstunde für das Leben-Geniessen-Verantwortung-Maß halten-Vertrauen-sich Anvertrauen-die Familie-Danke!, tolle Schnitte, trockene Kommentare, Fundstücke(60er-Jahre Vibrator); welch eine unglaubliche Frustrationstoleranz muß man besitzen, um sich durch diesen greifbaren und emotionalen Müll zu wühlen! gut das es Mulden gibt! Ihnen und Ihren Familien alles erdenklich Gute für die Zukunft!

  • 12 Ilka am 12. Dezember 2013, 22:25 Uhr

    Hallo, ein äußerst beeindruckender Film, der den Zuschauer so wie euch Brüder wahrscheinlich auch zwischen den Welten hin und her wirft. Ich habe trotzdem Liebe, Zuneigung und den versteckten Wunsch danach gesehen. Ziemlich kunstvoll in Szene gesetzt. So war sie eben…und so seid ihr. Er hat uns wieder mal die Augen geöffnet über diese Generation und entlastet uns von dem schlechten Gewissen und dem Gefühl nie so gut zu sein wie diese wahnsinnig potenten Eltern dieser Generation. Also mal ganz ehrlich, die hatten teilweise so richtig einen an der Waffel…wir haben uns euch sehr nahe gefühlt. Ihr habt ihr eine riesen Ehre erwiesen und euer Film war nicht respektlos. Jeder verarbeitet seine Eltern auf andere Weise.Und keine Eltern dürfen das Recht haben, ihre Kinder so zu belasten. Wir wünschen euch das allerbeste!

  • 13 Ilka am 12. Dezember 2013, 22:30 Uhr

    Ach ja: Eine Komödie entsteht durch eine Tragödie plus Zeit (Woody Allen) :-)

  • 14 Marie am 15. Dezember 2013, 22:28 Uhr

    Herzliche Gratulation zum Sohn!
    Möge er gut gedeihen, den Witz und die Überlebenskraft seines Vaters erben.

  • 15 Doreen am 22. Dezember 2013, 17:27 Uhr

    Dank Festplattentechnik konnte ich den Film am 4. Advent vormittags beim Bügeln schauen.
    Wow. Ich bewundere jede Arbeit, die ich dahinter erkennen kann; die emotionale, die körperliche, die künstlerische, die aufklärerische, die …
    Ich grüße alle Beteiligten herzlich und bin einfach nur dankbar für mein (scheinbar ;))spießiges Leben und die bedingungslose Liebe meiner Eltern.

  • 16 Ulla am 12. Januar 2014, 18:19 Uhr

    Liebe Brüder Haemmerli,

    vielen Dank für diesen sehr ehrlichen Film. Ich habe ihn zum einen mit großem Erschrecken und zum andern mit Erleichterung angesehen. Das Erschrecken bezieht sich darauf, dass die Parallelen zu meiner Mutter teilweise frappierend sind. Sie ist seit dem Tod der Großmutter (die hat das Messietum meiner Mutter bis dahin durch fleißiges Aufräumen eingedämmt) vor ein paar Jahren dabei, erfolgreich ein großes Zweifamilienhaus samt Keller, Dachgeschoss, und Garten zu vermüllen, ach ja und Katzennachwuchs gab es auch schon mehrfach … Egal was wir Kinder an Unterstützung unternommen haben, es bringt nichts, sie hat keinerlei Krankheitseinsicht und nimmt die Realität vollkommen verzerrt wahr. Mich hat ihr Umgang damit sehr erleichtert und bestätigt. Die kritischen Vorredner vergessen, dass man niemandem helfen kann, der sich nicht helfen lässt und wie belastend es auch ist zusehen zu müssen wie die eigene Mutter „verfällt“ und nur noch um sich selbst kreist. Von den Anfeindungen unbeteiligter Außenstehender mal ganz abzusehen. Ich bin beruflich noch dazu vom Fach, das macht die Anforderungen, die manche denken an mich stellen zu müssen nicht besser. Ich kann zwar erklären warum es so gekommen ist und weiß genau was sie eigentlich bräuchte, kann sie aber nicht zwingen etwas zu ändern, sie ist eine erwachsene Frau mit einem starken Willen. Wir sind dazu übergegangen die Realität zu akzeptieren so wie sie ist, im Optimalfall mit einer guten Portion Galgenhumor, anders lässt es sich nicht ertragen. Und ich gehe in meinem Freundeskreis sehr offen damit um, es als Tabuthema zu behandeln macht es nur noch belastender. Ich fahre ca. einmal im Quartal für ein WE nach Hause und brauche dann aber immer einige Tage mich wieder davon zu erholen, so viel zum Thema Distanz und Selbstschutz. Ich werde die nächsten Jahre (meine Eltern sind noch nicht so alt …) sicher oft an ihren Film denken, aber im positivem Sinne, schlussendlich haben sie es geschafft damit umzugehen und ich glaube meine Geschwister und ich können das auf diese Art auch schaffen … wobei 7 Mulden jetzt schon bei weitem nicht mehr reichen, aber wir sind auch deutlich mehr Geschwister mit dementsprechend mehr Händen ;-)

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